Henry HobhouseFünf Pflanzen verändern die Welt.Chinarinde, Zucker, Tee, Baumwolle, Kartoffel.dtv, München 1998Henry Hobhouse schreibt die Geschichte neu. Nicht Kriege, Herrscher und Wissenschaftler bestimmten den Lauf der Geschichte, sondern Chinarinde, Zucker, Tee, Baumwolle und die Kartoffel – eine zunächst originell anmutende Sichtweise von Geschichte, die sich aber mehr und mehr als erschütternd wahr entpuppt: Mit Chinarinde konnte erstmals Malaria besiegt werden. Das ermöglichte dem weißen Mann seine Herrschaft bis in die tropischen Gebieten der Erde auszudehnen. Und dank Chinin, des Produktes der Chinarinde, konnten riesige Menschenmassen als billige Arbeitskräfte in andere Länder verlegt werden. Ausschlaggebend für den Transport von Millionen von schwarzen Sklaven in die Karibik war das Zuckerrohr. Zucker stellte vom Ende des 17. bis ins 19. Jahrhundert ein enorm gewinnbringendes Produkt dar. Die Erzeugung von Zucker aus Rüben war ja noch unbekannt. Infolge dieser rücksichtslosen Besiedelung ist die Urbevölkerung nirgendwo so spurlos verschwunden wie die Indianer seit der Nutzung der Karibik für den Zuckerrohranbau. Und der schwarzen Bevölkerung ist es bis heute nicht gelungen, 440 Jahre Sklaverei, ausgelöst durch das Bedürfnis des weißen Menschen nach Zucker, zu bewältigen und eine stabile Struktur aufzubauen. Der Tee beschleunigte den Niedergang Chinas. Jahrhundertelang wurde Tee von weissen Seefahrern im Tausch gegen Opium gehandelt. Barbara Dobretsberger |