Kartoffelkrankheiten |
Kraut- und KnollenfäuleBraunfäulePhytophtora infestans, ein niederer Pilz. |
Krautfäule Diese Pilzkrankheit zerstört das Kraut, wodurch es vorzeitig abstirbt und damit das Knollenwachstum zum Stillstand bringt. Knollenfäule Der Pilz kann auch die Knollen befallen, indem er sich
Der Schaden zeigt sich in einer Verhärtung und Verbräunung des Kartoffelmarks = Trockenfäule, beginnend vom Rande her. Früher war eine Bekämpfung nicht möglich mit der Folge grosser Hungersnöte! |
KartoffelkäferColoradokäfer |
Der Kartoffelkäfer zählt zu den wichtigsten tierischen Schädlingen. Sowohl die Käfer, insbesondere aber deren Larven können durch Frassschäden erhebliche Ertragsausfälle verursachen. Dabei können grosse Flächen innerhalb von Tagen, völlig kahlgefressen werden. Die Pflanze wird ihrer Assimilationsfläche beraubt, was zu einem sofortigen Einstellen des Knollenwachstums führt. Die Verluste sind um so grösser, je kleiner die Kartoffeln in ihrer Entwicklung sind, d.h. je frühzeitiger der Frassschaden eintritt. Der Schädling wurde per Schiff von der amerikanischen Ostküste um 1872 nach Europa eingeschleppt. In einem zweiten Anlauf ab 1922 breitete er sich rasch in Westeuropa aus; jedes Jahr drang er etwa 100 km weiter ins Landesinnere vor. |
Knollennassfäule und
Schwarzbeinigkeit
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Die Erreger dieser Bakterienkrankheiten sind in allen Böden vorhanden. Schwarzbeinigkeit tritt vornehmlich in der Jugendentwicklung der Staude bei kühl, feuchter Witterung auf. Das Pflanzgut kann latenten Befall mit den Bakterien ausweisen. Mit einem verstärkten Auftreten der Knollennassfäule ist dagegen zu rechnen bei hoher Bodenfeuchte und offenen Eintrittspforten bei der Ernte, z.B. durch Verletzungen oder offene Lentizellen an der Knolle. Die Knollennassfäule äussert sich in einem breiartigen Zerfall des Knollengewebes mit sehr unangenehmem Geruch. Die Schwarzbeinigkeit zeigt sich an einer breiigen, schwarzbraunen Fäule der Triebe, die meist von der Stengelbasis her kommt. Die Bakterien der Gruppe Erwinia carotovora sind in praktisch allen Böden und auf jeder Kartoffelknolle anzutreffen. Sie können Schwarzbeinigkeit, bakterielle Welke, Stengelfäule und Knollen-Nassfäule verursachen. Diese Krankheiten haben mit verstärkter Mechanisierung der Landwirtschaft zugenommen. Bodenverdichtung, Bodenvernässung und Sauerstoffmangel erhöhen die Befallsgefahr. Besonders nach feuchten Erntebedingungen und bei unsachgemässer Lagerung sind diese Bakterien Ursache für Knollennassfäule. |
SchimmelpilzBotrytis cinera
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Findet man auf Blüten, Blättern oder Stengeln faulige, mit dichtem, grauen, teils staubigen Schimmel belegte Stellen, so handelt es sich hierbei um die Fruchtkörper des Schadpilzes Botrytis cinera. Die Infektion der Pflanzen erfolgt durch angeflogene oder durch Spritzwasser aufgebrachte Sporen, welche vor allem bei niedrigen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit optimal keimen. Dabei besiedelt Botrytis vorzugsweise geschädigte oder absterbende Pflanzenteile. Nachdem der Pilz Fruchtkörper und nachfolgend Sporen ausgebildet hat, können die Sporen auf benachbarte Pflanzen geweht werden und diese dann infizieren. Dabei kann er auch einen Schimmelrasen auf der Topferde ausbilden. Schnell entwickelt sich Botrytis dann vor allem in der lichtarmen Jahreszeit, bei zu feuchter Haltung der Zimmerpflanzen. Botrytis cinera bringt in nassen Jahren die Weinbeeren zum Abfall. Bei trockener Witterung führt ein Botrytisbefall der Beeren jedoch zu besonders hohen Zuckergehalten und wird dann als "Edelfäule" bezeichnet (Beerenauslese-Weine). |
BlattrollkrankheitKräuselkrankheitViren |
Viren rufen ebenso vielfältige Reaktionen der Wirtspflanzen hervor wie Bakterien und Pilze. In den letzten Jahren stieg die Zahl der bekannten Viruserkrankungen von Pflanzen sprunghaft an, denn viele Symptome wurden früher übersehen oder konnten aufgrund mangelnder Nachweismethoden nicht mit den Erregern in Zusammenhang gebracht werden. Typische Symptome von Virusinfektionen sind u. a. mosaikartige oder ringfleckige Muster auf den Blättern, Gelbwerden des Laubes oder der Blattadern, Verkümmerung, vorzeitiges Absterben, Missbildungen und Wachstumsstörungen. Unter bestimmten Umständen können die Symptome auch maskiert (verborgen) sein und sind dann besonders schwer nachzuweisen. Die Vergilbung und Kleinwüchsigkeit der Pfirsichbäume, die Tabakmosaikkrankheit, das Rübenmosaik und die Kräuselkrankheit der Rüben sowie die Blattrollkrankheit der Kartoffel verursachen bei den befallenen Nutzpflanzen massive Verluste und sind deshalb intensiv untersucht worden. Für alle Nutzpflanzen gibt es eine oder mehrere dieser häufig noch unverstandenen Pflanzenkrankheiten, die gefährlich werden können. Viruserkrankungen sind ansteckend; übertragen werden sie hauptsächlich von saugenden Insekten oder Spinnentieren, besonders von Blattläusen, Wanzen oder Spinnmilben. Deshalb lässt sich das Auftreten dieser Krankheiten am besten dadurch verringern, dass man das Auftreten dieser Überträgerorganismen bekämpft. Jedoch können auch durch Okulieren und Pfropfung, über den Boden oder - allerdings seltener - durch Samen oder parasitische Blütenpflanzen Viruserkrankungen übertragen werden. Beispiele für parasitische Blütenpflanzen sind etwa Misteln, Teufelszwirn und Wurzelparasiten der Gattungen Striga und Orobanche (Sommerwurz), die in manchen Gebieten immer wieder grössere Ertragsausfälle verursachen |